Die Zukunft der Orchester

Wenn es um die Nachfrage geht, dann werden sich Orchester kaum Sorgen um die Zukunft machen müssen. Denn Orchester und klassische Musikveranstaltungen sind nach wie vor beliebt. Der Deutsche Musikrat hat ausgewiesen dass zwischen 2000 und 2013 die Besucherzahlen von Konzerte von 3.666.142 auf 5.254.394 gestiegen sind. Man erwartet einen weiteren Anstieg für die Folgejahre. Gestiegen ist auch die Zahl der gespielten Konzerte, von knapp 7000 auf 9000 Veranstaltungen. Das zeigt deutlich: Es gibt einen wachsenden Markt für Orchester.

Problem: Finanzierung

Etwas anders sieht es aus, wenn es um die Finanzierung geht. Es gibt nur sehr wenige privatwirtschaftlich finanzierte Orchester, die meisten sind von Zuschüssen der Öffentlichen Hand abhängig. Im Jahr machen das bundesweit 2.4 Milliarden Euro aus, hinzu kommen noch geschätzt 400 Millionen Euro aus privaten Mitteln. Was dabei aber nicht gesehen wird ist dass die Hauptlast auf den Gemeinden liegt: Die müssen meistens die örtlichen Orchester unterhalten, was den Gemeindehaushalt sehr belastet.

In Deutschland gibt es einen gesellschaftlichen Konsens darüber dass Musik ein erhaltenswertes Kulturgut und ist dafür auch Finanzmittel bereitstehen müssen. Aber dennoch müssen Orchester immer wieder um ihren Etat kämpfen und das wird in Zukunft noch zunehmen.

Technik kann helfen

Allerdings können Orchester auch mit etwas Kreativität zusätzliche Einnahmen generieren. Schon jetzt gibt es einiges Geld aus Sponsoring. Man kann zum Beispiel aufnahmen von Konzerten über die Streamingdienste verkaufen. Manche Orchester nutzen auch Synergien und tauschen untereinander Musiker aus. Es gibt sogar erste Versuche, Konzerte mit VR-Kameras aufzunehmen – dann kann man bequem im Wohnzimmersessel den Wiener Philharmonikern im perfekten 4D-Sound lauschen und quasi virtuell durch das Orchester wandern und sich die Promis in der ersten Reihe anschauen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Städte und Gemeinden, Länder und der Bund sowie Unternehmen und Musikfreunde auch weiterhin alles in ihrer Macht stehende tun werden, um den Fortbestand der Orchester auch über die nächste Wahlperionde hinaus zu sichern.