Das Frankfurter Kurorchester

Wenn man sich den Namen genau ansieht wird man sich wundern: Was hat Frankfurt mit der Kur zu tun? Ist es nicht die Stadt des Geldes und der Banken? So ist es, und genau damit hat das Kurorchester auch gerechnet.

Denn mit dem Namen ist eine ironische Anspielung auf Kurorchester gemacht worden, die vor allem den 50er bis 70er Jahren in vielen Kurorten aufspielten. Allerdings hatten sie eine kleine Besetzung die gerade so eben zum Orchester reichte.

Das Frankfurter Kurorchester spielte auch keine Musik für Kurgäste, sondern versuchte mit seinen klassischen Instrumenten moderne, vor allem englische Musik zu interpretieren. Gegründet wurde es von Frank Wolff und Anne Bärenz. Weitere Mitglieder waren Jos Rinck und Willi Kappich. Wolff war gelernter Cellist, aber auch aktiver Vertreter der Studentenbewegung. Und so wie die Studenten die Gesellschaft verändern wollte, wollten Wolff und Bärenz auch die etablierte Musikszene verändern. Sie traten immer im Frack auf, wie ein normales Orchester, aber sobald die ersten Töne gespielt wurden, war alles anders.

Wenn man sich zum Beispiel die Liste der Lieder auf ihrem Erfolgsalbum Incognito an sieht, dass 1994 herauskam, wird man einen Eindruck bekommen. Das sind “Sympathy For The Devil” zu finden und “Black Magic Women”, beides nicht gerade klassische Stücke.

Das Frankfurter Kurorchester bestand von 1981 bis 1997. Man ging sogar auf Tournee, hatte Konzerte sogar in Peking und fast auch in Schanghai (es fiel aus). Im Jahre 2002 gründeten Frank Wolff und Anne Bärenz das Neue Frankfurter Schulorchester, dass ebenfalls kein Schulorchester war, sondern im Namen mit dem Begriff der Neuen Frankfurter Schule spielte. Diese “Schule ” bestand vor allem aus bekannten Satirikern der Zeitschrift Pardon, darunter Robert Gernhardt und F.K. Waechter.

Das Frankfurter Kurorchester ist, auch wegen des frühen Todes von Anne Bärenz 2005, nur noch auf CD zu hören. Wer die legendären Auftritte sehen will wird bei Youtube fündig.