Klein aber fein: Das Kammerorchester

Man muss nicht immer die Säle der großen Theater und Konzerthäuser füllen und es braucht auch nicht immer einen Reisebus, um ein Orchester herumreisen zu lassen. Das Kammerorchester bietet ebenso hervorragenden Musikgenuß wie die Großen, nur eben mit kleinerer Besetzung und auf kleinerem Raum. Es gibt keine Regel was die Größe betrifft, viele sind einfach nur sehr abgespeckte Versionen der Symphonie-Orchester.

Die Kammerorchester begannen in den 1920er Jahren ihren Aufstieg. Gründe gab es meherer: zum einen war das Geld knapp und es war schlicht billiger ein kleines Orchester zu verpflichten (übrigens auch heute noch ein Grund). Zum anderen wollte man auch eine Gegenbewegung zu dem bombastischen Groß-Orchestern bilden. Und schließlich kam gerade der Film auf, der von einem Orchester live begleitet wurde.

Gut für Barock und Klassik

Eine der ersten Gründungen war das Basler Kammerorchester,. Das 1926 ins Leben gerufen wurde, und zwar von Paul Sacher. Er gab dem Kammerorchester noch eine andere Bedeutung: Mit ihm konnte man neue zeitgenössische Kompositionen vortragen. Sacher war einer der Auftraggeber von Stravinsky und Bartok.

Bald stellte man auch fest, dass mit dem Kammerorchester die Musik des Barocks und der Klassik, vor allem Werke von Bach und Mozart hervorragend aufgeführte werden konnten. Weil hier keine großen Zuschauermassen zu erwarten waren, bot sich das kleine Orchester gut für kleinere Veranstartungsorte, darunter oft auch Kirchen an.

Chance für Spezialisten

Mit dem Aufkommen der Avantgarde-Musik bildeten sich bald Kammerorchester, die sich auf bestimmte Kompositionen und Komponisten spezialisiert hatten. Aus dem Kammerorchester entwickelte sich auch das Kurorchester: In den 20er Jahren begannen nämlich viele wohlhabende Städter die Kur zu entdecken, und die Kurorte wollten diesen so viel Unterhaltung wie möglich bieten.

Heute ist das Kammerorchester auch eine Nebenerwerbsmöglichkeit für freie Musiker, aber auch solche die einem großen Orchester angehören, aber auch mal etwas eigenes aussuchen wollen, das sie spielen wollen. Eine besondere From des Kammerorchester ist das Streichorchester, das nur mit Bässen, Celli und Violinen besetzt ist.